Bioabfall richtig trennen: Irrtümer, Tipps und Tricks
Rohstoff statt Restabfall! Wir räumen mit den häufigsten Irrtümern rund um die Biotonne auf, verraten Profi-Tricks gegen schlechte Gerüche und erklären, warum selbst „kompostierbare“ Plastiktüten oft ein Problem sind. Plus: Alles, was Sie zum Abfuhr-Turnus ab 2026 wissen müssen.
Bioabfall ist viel mehr als nur Abfall: Er ist ein wertvoller Rohstoff. Richtig gesammelt, kann er zu hochwertigem Kompost sowie zu Strom und Wärme verarbeitet werden. Umso wichtiger ist es, dass in der Biotonne nur das landet, was wirklich hineingehört.
Im Landkreis Karlsruhe wird Bioabfall seit 2021 getrennt erfasst. Der Störstoffanteil liegt aktuell bei rund zwei Prozent – ein guter Wert, den es aber weiter zu verbessern gilt. Genau hier setzt auch die Kampagne #wirfuerbio an, an der sich der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Karlsruhe bereits seit einigen Jahren beteiligt: Sie wirbt für mehr Bio-Qualität und dafür, Kunststoff und andere Fremdstoffe aus der Biotonne herauszuhalten. Denn je sauberer Bioabfall getrennt wird, desto besser kann er verwertet werden – ein Gewinn für Klima, Ressourcen und den Landkreis Karlsruhe.
Was in die Biotonne darf – und was nicht
Das darf rein
Damit Bioabfall gut verwertet werden kann, kommt es auf die richtige Trennung an. In die Biotonne gehören organische Abfälle aus Küche und Garten. Dazu zählen zum Beispiel
- Obst- und Gemüsereste,
- Fisch-, Fleisch-, Lebensmittelreste (auch verdorben)
- Brotreste,
- Kaffeesatz samt Filter und Teereste,
- Milchprodukte
- Eier- und Nussschalen sowie
- kleine Mengen Küchenpapier.
Auch Gartenabfälle wie
- Laub,
- Rasenschnitt oder
- verwelkte Blumen, Topf- und Balkonpflanzen dürfen hinein.
Das darf nicht rein
Zum korrekten Befüllen der Biotonne gehört auch, falsche Stoffe nicht in der Biotonne zu entsorgen:
- Plastiktüten,
- Verpackte Lebensmittel
- Fischhalte- oder Alufolie,
- Lebensmittelverpackungen mit Restinhalt,
- Tee- oder Kaffeekapseln aus Kunststoff, Bioplastik oder Alu,
- Flüssiges wie Soßen oder Suppen
- Staubsaugerbeutel, Kehricht, Hausdreck
- Windeln, Binden, Tampons und sonstige Hygiene- und Kosmetikartikel
- Zigarettenstummel und -asche
- Katzenstreu/-kot oder
- behandeltes Holz..
Jeder Fehlwurf verschlechtert die Qualität des Bioabfalls und erschwert die Verwertung.
Wer unsicher ist, findet hier eine Auflistung, was in die Biotonne gehört:
www.awb-landkreis-karlsruhe.de/bioabfall
Häufige Irrtümer rund um die Biotonne
Rund um die Biotonne halten sich einige Irrtümer hartnäckig. Besonders häufig landen Plastiktüten, Kaffeekapseln oder Teebeutel mit Klammern im Bioabfall. Auch Lebensmittelverpackungen mit Restinhalt sind ein typischer Fehlwurf. Dabei gilt: Verpackungen haben in der Biotonne nichts zu suchen, selbst dann nicht, wenn sich darin noch Essensreste befinden. Bioabfälle müssen unverpackt entsorgt werden.
Warum Plastiktüten ein Problem sind
Plastiktüten stören den Verwertungsprozess erheblich. Sie verrotten nicht und müssen in den Anlagen aufwendig aussortiert werden. Dabei können kleine Kunststoffreste zurückbleiben. Diese beeinträchtigen die Qualität des Komposts und erschweren die weitere Verarbeitung.
Deshalb gilt: Auch wenn es praktisch erscheint, Bioabfälle in Plastiktüten zu sammeln, sollten stattdessen Papier oder andere geeignete Lösungen verwendet werden. Wer trotzdem eine Plastiktüte zum Sammeln in der Küche und für den Transport zur großen Tonne verwendet, sollte nur den Inhalt der Tüte in die Biotonne geben, die Tüte ist dann ein Fall für den Restabfallbehälter.
Im Handel erhältliche Bio-Kunststoffbeutel mit einer flächendeckenden Bedruckung mit dem "Keimling" und Zertifizierung DIN-Plus dürfen im Landkreis Karlsruhe verwendet werden.
Im Handel ebenfalls erhältliche nicht zertifizierte Bio-Kunststoffbeutel ohne die oben gezeigte flächendeckende Bedruckung mit dem "Keimling" und/oder ohne Zertifizierung DIN-Plus dürfen grundsätzlich nicht verwendet werden, weil diese ein anderes Abbauverhalten aufweisen.
Profi-Tipps: Bioabfall sauber & geruchsarm sammeln
Mit ein paar einfachen Tipps lässt sich Bioabfall sauber und geruchsarm sammeln. Hilfreich ist es, Küchenabfälle in Zeitungspapier einzuwickeln oder in Papiertüten zu sammeln. Das bindet Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass weniger Rückstände im Sammelgefäß oder im Abfallbehälter haften bleiben.
Praktisch ist auch ein kleines Vorsortiergefäß in der Küche, das regelmäßig geleert wird. Feuchte Abfälle können zusätzlich mit trockenem Material wie Zeitungs- oder Küchenpapier kombiniert werden. So lässt sich Geruchsbildung verringern.
Auch der Standort der Bioabfallbehälter spielt eine Rolle: Am besten steht sie an einem schattigen Platz. Gerade im Sommer sollte der Deckel geschlossen bleiben und die Tonne regelmäßig gereinigt werden. Bioabfälle sollten außerdem nicht zu lange lose in der Küche lagern, sondern möglichst zeitnah in die Biotonne entsorgt werden.
Neu ab 2026: Leerung der Biotonne auch im Sommer alle zwei Wochen
Die bisher zusätzlich angebotene wöchentliche Sommerleerung der Biotonnen entfällt. Künftig werden die Biotonnen im Landkreis Karlsruhe auch in den Sommermonaten ganzjährig im zweiwöchentlichen Turnus geleert. Hintergrund: Weniger als drei Prozent der Haushalte nutzten das Angebot der wöchentlichen Sommerleerung und das Bioabfallaufkommen ist zudem über das Jahr hinweg weitgehend gleichmäßig, sodass eine häufigere Sommerleerung nicht zwingend notwendig ist.
Der einheitliche Abfuhrturnus erleichtert die Tourenplanung und macht sie deutlich effizienter. Dadurch lassen sich Fahrten und CO₂-Emissionen spürbar reduzieren. So trägt die Maßnahme konkret zum Klimaschutz und zu einer nachhaltigeren Abfallwirtschaft im Landkreis bei.
Mehr dazu auf unserer Website: www.awb-landkreis-karlsruhe.de/sommerleerung
Saubere Trennung beginnt in der Küche
Wer Bioabfall richtig trennt, leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz. Schon in der Küche fällt die Entscheidung darüber, ob aus Bioabfall ein hochwertiger Rohstoff werden kann oder ob Störstoffe die Verwertung erschweren.
Saubere Trennung beginnt deshalb zu Hause. Machen wir gemeinsam den Bioabfall im Landkreis Karlsruhe ein Stück besser – für weniger Störstoffe und mehr nachhaltige Verwertung. Die Kampagne #wirfuerbio steht genau dafür: für mehr Bio-Qualität und für eine Biotonne, in die nur das kommt, was wirklich hineingehört.
Alle Tipps und Hinweise haben wir zum Nachlesen in unserem Faltblatt gesammelt.
Quellen:
„Nimms mit“ – Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Karlsruhe, Ausgabe 1/24, Seite 4, Link:
https://awbka.kivbf.de/site/awb-landkreis-karlsruhe/get/documents_E1672859679/awb-landkreis-karlsruhe/Dateien_awb/Kundenzeitschrift/AWB%20Nimmsmit%201-2024_web_NEU.pdf
„Wegfall der wöchentlichen Sommerleerung der Biotonne“ – Webseite AWB Landkreis Karlsruhe, Link:
https://www.awb-landkreis-karlsruhe.de/start/wissen/wegfall+der+woechentlichen+sommerleerung+der+biotonne.html
Mitglieder-Landingpage #wirfuerbio, Link:
https://www.wirfuerbio.de/lk-karlsruhe/
„Bioabfall“ – Webseite AWB Landkreis Karlsruhe, Link:
https://awb-landkreis-karlsruhe.de/start/entsorgen/bioabfall.html
„Für die Bioabfallsammlung zugelassene Biobeutel“ – Webseite AWB Landkreis Karlsruhe, Link:
https://awb-landkreis-karlsruhe.de/start/entsorgen/biobeutel.html
AUTOR: Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Karlsruhe
Fotos: schweitzer media gmbh
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